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Sprachlernhilfen
Lernen Sie zur praktischen Sprachanwendung den neuen Wortschatz nicht als einzelne
Vokabeln. Denn neues Wissen, das wir im Kopf behalten wollen, muss mit unserem Vorwissen
verknüpft werden. Ein fremdes Wort etwa muss in ein Bild oder einen Sinnzusammenhang eingewoben werden.
Je öfter das geschieht, desto zugänglicher und abrufbarer wird es.
Sprechen Sie, wann immer es geht, laut in der Fremdsprache! Das nötige Vertrauen,
in Realsituationen wirklich zu sprechen, gewinnen Sie nur, wenn Sie oft genug Ihre eigene
Stimme fremdsprachlich wahrgenommen haben.
Hören Sie abends vor dem Einschlafen und morgens nach dem Wachwerden
aufgezeichnete Texte. Präferieren Sie hierbei von Ihnen gesprochene Texte. - Wenn Sie keine
Aufzeichnungen haben, nutzen Sie diese Zeiten zum lauten Lesen!
Stellen Sie sich bildhaft einen Gesprächspartner vor!
Führen Sie, wann immer möglich, Selbstgespräche in der Fremdsprache!
Sehen Sie fremdsprachliche Werbespots! Die Sprache ist meist klar und einprägsam und
lässt sich allein deshalb besser behalten, weil Bild, Musik und Gefühl mitwirken.
Wenn Sie mutig genug sind, singen Sie Ihren Text (vielleicht wie einen gregorianischen
Choral) oder sprechen Sie rhytmisiert wie ein 'Rapper'. - Schon Homer hat gewusst, dass
seine Schüler besser lernten, wenn er zur Laute sang.
Spüren Sie schon beim Lernen das Erfolgsgefühl, das sich einstellt, wenn Sie in der
Fremdsprache gut verstanden werden.
Lernstrategien
Bevor Sie mit dem Lernen beginnen: Wählen Sie ein Lernerlebnis aus der Vergangenheit
(Hobby, Schule, Ausbildung), bei dem Sie lustvoll und schnell zum Ziel kamen. Beleben Sie es
mit allen Sinnen wieder neu! Lassen Sie dieses angenehme Gefühl in Ihnen ganz deutlich werden,
und nehmen Sie es dann als 'Begleitung' mit in Ihre aktuelle Lernaufgabe.
Verwandeln Sie Probleme in Wunschvorstellungen: z.B. statt "Ich bin müde, ausgelaugt und erschöpft"
formulieren Sie laut "Ich wünsche mir etwas Erfrischung." So wandelt sich Problemorientierung in
Lösungsorientierung und das Ziel erscheint wieder näher!
Gönnen Sie sich drei Minuten Gymnastik vor jeder Lernphase, und Sie erhöhen die Aufnahmefähigkeit um 15 Prozent!
Lernen Sie rhythmisch: Keine Lernsequenz sollte länger als zwanzig Minuten dauern.
Anschließend empfielt sich für mindestens zehn Minuten das Thema zu wechseln oder zu entspannen.
Dann sind wieder zwanzig Minuten weiterlernen angesagt.
Verbinden Sie alle abstrakten Begriffe und Definitionen mit phantasievollen gegenständlichen Vorstellungen.
Um die Eindrücke unvergesslich zu machen, sollten Sie so viele Sinneswahrnehmungen in Ihre Phantasievorstellung
mit einfließen lassen wie möglich. Vergessen Sie auch Ihr Gefühl nicht. Bauen Sie 'Eselsbrücken' und übertreiben
Sie in Ihrer Vorstellungsweise: Je absurder und skurriler um so merkwürdiger.
Sprechen Sie alles, was Sie lernen laut aus, so dass Sie Ihre eigene Stimme hören. Ihr Unterbewusstsein
registriert diese Informationen als bekannt und zu Ihnen gehörig. Vertrauen entsteht.
Schreiben Sie die Kernaussagen Ihrer Lernaufgabe (möglichst mit kleinen Skizzen versehen) in eine Übersicht,
die Sie abends kurz vor dem Einschlafen und morgens kurz nach dem Aufwachen im Bett laut lesen. Einfacher als in
diesen Phasen hoher Aufnahmefähigkeit kann man nicht lernen!
Malen oder skribbeln Sie, was Sie aus dem Abstrakten in konkrete Bilder umgesetzt haben. Jeder
Verfremdungseffekt ist merkwürdig.
Gestalten Sie Lernposter mit Texten, Bildern, ausgeschnittenen Fotos oder Grafiken.
Schreiben Sie Begriffe und deren Definitionen auf Karten, Begriffe auf die Vorderseite, Definition
auf die Rückseite und verteilen diese Karten an markanten Plätzen in Ihrer Wohnung. Prägen Sie sich ein,
an welchem Ort welche Karte liegt. Gehen Sie dorthin und überlegen, ohne auf die Karte zu schauen,
was dort liegt. Nachdem Sie sicher sind, drehen Sie die Karte am gleichen Ort um und prägen sich nun die
zugehörige Definition bezogen auf Ort und Begriff ein (Loci-Technik)!
Verlassen Sie Ihren Schreibtisch und gehen laut deklamierend in Ihrem Zimmer auf und ab,
wenn Sie etwas auswendig lernen müssen.
Setzen Sie abstrakte Begriffe in Mimik und Gestik um. Gestalten Sie aus logischen Folgen eine
entsprechende Pantomime und sprechen Sie jeweils laut dazu! Übertreiben Sie Mimik und Gestik wie ein
stellungsloser Schauspieler, der ein Engagement sucht! Spielen Sie vor dem Spiegel, wenn Sie keinen Lernpartner haben!
Lassen Sie im Hintergrund unaufdringliche Musik laufen, die Ihre Stimmung positiv beeinflußt.
Prüfen Sie Ihr Wissen und Ihre Kenntnisse, indem Sie sich vorstellen, Sie seien der Dozent,
welcher diesen Stoff unterrichtet. Noch besser ist, die Zusammenhänge wirklich einer Person zu erklären,
die sich in Ihrer Thematik noch nicht auskennt. Zur größeren Klarheit über seine Gedanken kommt man,
indem man sie anderen klar zu machen versucht!
Wichtig ist, Entspannungsphasen einzuplanen, in denen Sie sich entweder ausruhen oder sich
durch eine völlig andere Tätigkeit vom momentanen Problem lösen. Dies ist besonders dann empfehlenswert,
wenn Sie spüren, gedanklich blockiert zu sein. Die einfachste Art der Entspannung besteht darin,
die Aufmerksamkeit bewusst auf den Körper zu lenken und sich von den Zehenspitzen bis zu den Haarspitzen
durch den Körper 'hindurchzuspüren'.
Wer Gelerntes behalten will, sollte sich einen erholsamen Schlaf gönnen. Im Schlaflabor wurde
der Zusammenhang zwischen der Gedächtnisleistung und der Qualität des Schlafes nachgewiesen. Wer glaubt,
es genüge, sich vor Prüfungen die Nächte mit Lernen um die Ohren zu schlagen und dann den fehlenden Schlaf
am Wochenende nachzuholen, der betrügt sich selbst. Denn nach ein paar Tagen lösen sich die Informationen,
die man sich in einer schlaflosen Nacht einprägen wollte, einfach wieder auf.
Belohnen Sie sich nach erfolgreich abgeschlossenen Lernschritten selbst! Überlegen Sie bereits zu Beginn,
wie die Belohnung aussehen soll!
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